Zervixschleim

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    Ein Blick in dein Höschen verrät viel über deine Fruchtbarkeit.

    Im Laufe deines Zyklus verändern sich die Menge, das Aussehen und die Eigenschaften des weiblichen Schleims, des so genannten Zervixschleims. Je nach Zyklushäfte und Hormonlage verändert sich die Zusammensetzung. Die Konsistenz des Zervixschleims kannst du als weiteren Hinweis verwenden, wann dein Eisprung naht.

    Sobald deine Menstruation vorüber ist, kannst du mit der Schleimbeobachtung beginnen. Naht dein Eisprung, produzierst du besonders viel, sehr wässrigen, klaren Schleim.

    Der Zervixschleim hat nun eine besondere Eigenschaft: Er ist spinnbar. Der eiweißartige Zervixschleim rund um den Eisprung hat die Aufgabe, den männlichen Spermien den Weg zur Eizelle zu erleichtern. Sie rutschen quasi zum Ei.


    Wie beobachte ich den Schleim?

    • Du kannst jeden Tag einen Blick in deinen Slip werfen oder vorsichtig einen oder zwei Finger leicht in die Vagina einführen und den Schleim an deinen Fingern beobachten. Meist gibt auch die Feuchtigkeit während des Geschlechtsverrkehrs einen guten Hinweis.
    • Mit der Fingermethode erhältst du die unverfälschtesten Ergebnisse, da weder sexuelle Erregung die Produktion steigert, noch dein Slip Feuchtigkeit aufsaugt.

    Auswertung:

    • 1. Zyklushälfte:
      • Während der Menstruation kannst du den Schleim kaum beurteilen. Sobald die Menstruation vorüber ist, folgt erst eine eher trockene Phase. Du produzierst nur sehr wenig oder gar keinen Schleim.
      • Tag für Tag nimmt jetzt die Schleimproduktion langsam zu. Der Zervixschleim ist zu Anfangs oft weißlich und ähnelt Creme oder gekochtem Eiweiß.
    • Der Eisprung naht:
      • Du merkst, dass die Schleimmenge deutlich zunimmt. Es kann sein, dass du regelrecht nasse Slips hast. Der Schleim wird klarer und ähnelt rohem Eiweiß.
      • Jetzt kannst du mithilfe der Fingermethode die so genannte Spinnbarkeit prüfen:
        • Haftet ausreichend Schleim an Daumen- und Zeigefingerspitze, dann spreize beide Finger langsam auseinander.
        • Entsteht eine Art Spinnwebe oder Spuckefaden ähnlicher Effekt bedeutet dies, dass der Schleim spinnbar ist. Er hat nun die optimalen Eigenschaften für Eizelle und Spermien.
        • Jetzt steht dein Eisprung vor der Tür.
        • Die Spinnbarkeit kann einige Tage vor und bis eine Tage nach dem Eisprung auftreten und markiert deine fruchtbarsten Tage.
    • 2. Zyklushälfte:
      • Nach dem Eisprung nimmt die Schleimmenge langsam wieder ab.
      • Der Schleim ist einige Tage nach dem Eisprung nicht mehr spinnbar und wird wieder cremiger und undurchsichtig.
      • Rund um den sechsten Tag nach dem Eisprung kann sich der Schleim kurzfristig rosa oder hellblutig verfärben. Dies stellt die Einnistungsblutung in der frühen Schwangerschaft da.

    Habe ich auch in der Schwangerschaft Schleim?

    Ja. Es kann sogar sein, dass du mehr Schleim produzierst, als du es sonst gewohnt bist. Der Schleim ist jedoch ähnlich wie am Ende der 1. Zyklushälfte. Also eher weißlich-cremig und nicht klar. Der Schleim dichtet wie ein Pfropf den Ausgang deines Muttermunds ab. Er wirkt als Abwehr gegen Infektionen.

    Wenige Tage vor der Geburt kann es sein, dass sich der gesamte Schleimpfropf löst. Dieser ist dann häufig leicht schmierblutig durchsetzt; das ist aber ganz natürlich. Viele Frauen bemerken aber eher eine Zunahme des Schleims in den Wochen vor der Geburt. In dieser Zeit verflüssigt sich der Schleimpfropf und löst sich so auf. Dieses Phänomen nennt sich Zeichnen.


    Wie sieht der Zervixschleim vor der Menstruation aus?

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    Die Zeit vor der Menstruation ist die unfruchtbare Zeit der zweiten Zyklushälfte. Um möglichen Infektionserregern oder Spermien den Weg in die Gebärmuttter zu erschweren, ist der Zervixschleim zu dieser Zeit zäh, dick, klumpig. Farblich ist er weißlich-cremig oder kann leicht gelblich erscheinen. Naht die Periode, wird aber insgesamt weniger Zervixschleim bis gar kein Zervixschleim gebildet.


    Was tue ich, wenn mein Schleim merkwürdig aussieht oder komisch riecht?

    • Der Schleim ist grünlich-gelblich und schäumt:
      • Du solltest deinen Frauenarzt aufsuchen, da es sich um eine bakterielle Entzündung (Kolpitis) handelt, die mit Antibiotika behandelt werden sollte.
      • Der Partner muss mit behandelt werden!
    • Der Schleim riecht fischig und ist dünnflüssig:
      • Du solltest deinen Frauenarzt aufsuchen, da es sich um eine bakterielle Entzündung (Kolpitis) handelt, die mit Antibiotika behandelt werden sollte.
      • Der Partner muss mit behandelt werden!
    • Der Schleim ist weiß und krümelig:
      • Kommt Jucken, Brennen oder eine Rötung der Genitalregion hinzu, handelt es sich vermutlich um eine Pilzinfektion (Vaginale Candidose). Dein Arzt kann dir eine Salbe, Vaginalcreme oder Vaginalzäpfchen verschreiben.
      • Bekommst du gerade keinen Arzttermin, kannst du in der Apotheke Cadefungin Gyn frei erwerben.
      • Natürlich kannst du eine solche Infektion auch mit Jogurt-Zäpfchen oder Milchsäurekuren behandeln.
      • Diese Form der Entzündung kommt häufig vor nach Antibiotika-Einnahme.
      • Wird der Partner ebenfalls behandelt, ist eine erneute Ansteckung seltener.
    • Der Schleim ist rahmartig oder eitrig:
      • Du solltest dringend einen Arzt aufsuchen, denn dies ist ein Zeichen für eine Gonorrhö (Tripper) und eine sexuell übertragbare Krankheit.
      • Gonorrhö kann unfruchtbar machen, wenn sie nicht behandelt wird! Ein Antibiotikum hilft.
      • Häufig ist der Partner ebenfalls infiziert und sollte ebenfalls behandelt werden. Sonst kommt die Erkrankung zurück.
    • Der Schleim ist blutig und eitrig:
      • Du solltest dringend einen Arzt aufsuchen, denn dies ist ein Zeichen für ein Chlamydieninfektion, eine sexuell übertragbare Krankheit.
      • Chlamydien können dein Kind während der Geburt auf dein Kind übertragen werden.
      • Chlamydieninfektionen können unbehandelt unfruchtbar machen!
      • Der Partner muss mit behandelt werden!
      • Ob du erkrankt bist, ohne es zu bemerken, wird bei der Schwangerschaftsvorsorge vom Frauenarzt geprüft.

    Egal, um welche Infektion es sich handelt: Dein Partner sollte möglichst immer mit behandelt werden, um zu verhindern, dass er dich erneut anstecken kann!


    Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.