Windeldermatitis

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    Eine Windeldermatitis ist für dein Baby sehr schmerzhaft.

    Die Windeldermatitis bezeichnet den medizinischen Fachbegriff für einen infizierten Ausschlag im Windelbereich. Diese kann sowohl die Anal– als auch die Genitalregion deines Kindes betreffen. In schwereren Fällen weitete sie sich über den gesamten von der Windel bedeckten Bereich aus – sprich auch über Gesäß, Oberschenkel, Bauch und Rücken. Eine Windeldermatitis ist die verstärkte und kompliziertere Form einer einfachen Rötung innerhalb der Windel, fachsprachlich Erythem. Bei einer Windeldermatitis kommt es zusätzlich zum Wundsein der Haut deines Babys zu einer zusätzlichen Infektion durch wahlweise Bakterien und/oder Pilze.

    Zwei von drei gewickelten Babys sind betroffen

    Eine Windeldermatitis ist kein Einzelproblem: Zwei von drei Babys oder gewickelten Kleinkinder sind in westlichen Ländern davon betroffen. Es handelt sich somit um eine sehr häufige Erkrankung, die sich einmalig ereignen kann, jedoch meistens wiederholt auftritt. Schon im Neugeborenenalter ist die Windeldermatitis eine gehäufte Erkrankung: Eines von vier beziehungsweise 25 Prozent aller Neugeborenen sind betroffen.

    Eine Windeldermatitis ist schmerzhaft für dein Kind. Bereits Berührungen, sei es der Windel oder beim Windelwechseln können sehr schmerzhaft sein und führen zu Unwohlsein, Weinen oder Schreien. Babys und Kinder verspüren dieselben Gefühle wie du, wenn du im Intimbereich wund bist. Sie sind nicht weniger sensibel.

    Welche Anzeichen sprechen für eine beginnende Windeldermatitis?

    Zu Beginn rötet sich die Haut deines Kindes vor allem im Bereich der Analfalte, sprich zwischen den Pobacken. Diese Rötung klingt nicht ab, auch wenn du dein Kind ein paar Minuten ohne Windel strampeln lässt. Die gerötete Haut kann bereits glatter und etwas glänzender aussehen als die umgebende, gesunde Haut. Ist die Haut lediglich gerötet, aber noch intakt, liegt zumeist noch keine zusätzliche Infektion vor. Diese tritt aber oftmals zügig ein, ist erst einmal die Haut durch die Rötung  geschädigt. Durch die beginnende Entzündung verliert die Haut an den geröteten Stellen ihre Abwehrkraft gegenüber Bakterien und Pilzen, die gesunder Haut an sich nichts anhaben können und ganz natürlich auf unserer Haut leben.

    Im Stadium der Rötung beziehungsweise bei beginnendem Wundsein ist eine zügige Heilung noch möglich, insofern rasch gehandelt wird. Dein MamiWiki erklärt dir, wie du deinem Kind zügig und ohne medizinische Interventionen schonend und schnell helfen kannst.

    Welche Zeichen sprechen für eine fortgeschrittene Windeldermatitis?

    Ist die Haut im Windelbereich zu anfangs lediglich gerötet, bricht sie bei einer fortgeschrittenen Windeldermatitis häufig auf. Nässende Stellen bis hin zu offener Haut sind erkennbar. Tritt zudem eine bakterielle Infektion oder eine Besiedlung mit Pilzen hinzu, können Bläschen, größere Blasen, Krusten und Schwellungen dazu kommen.

    Zeichen einer zusätzlichen Infektion im Windelbereich sind:

    • nässende Stellen
    • Bläschen
    • Blasen
    • Krusten
    • Schwellungen
    • Schuppung
    • Schorf

    Welche Erreger verursachen eine Windeldermatitis?

    Wie bereits beschrieben, handelt es sich meistens um eine so genannte Superinfektion, also eine zusätzliche Erkrankung durch Bakterien oder Pilze der natürlichen Hautflora. In den meisten Fällen durch Hefepilze der Familie Candida, vor allem Candida albicans. Aus diesem Grund nennt man diese Form der Erkrankung auch Candida-Mykose.

    Was kann ich gegen eine Windelderamtitis tun?

    Wenn die Haut bereits beginnt, sich zu röten, solltest du rasch handeln. Denn noch kannst du eine weitere Verschlimmerung verhindern. Die wichtigsten Maßnahmen sind nun:

    Die Haut im Genitalbereich trocken halten

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    Besser als Luft an Babys Po sind lediglich Stoffwindeln.

    Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Wundsein ist, die Haut dort trocken zu halten. Dies erreichst du über verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste und effektivste besteht darin, so viel Luft wie möglich an die Haut zu lassen. Praktisch bedeutet dies, dein Kind so oft wie möglich unten ohne zu lassen oder es nur in eine leichte Mullwindel einzuschlagen, damit die Haut atmen kann. Ebenfalls angenehm empfinden es die meisten Babys, wenn man ihnen sanft den Po föhnt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Haut nicht zu trocken oder heiß geföhnt wird.

    Häufiges Wickeln hilft

    Ebenfalls solltest du dein Kind wenn möglich häufiger Wickeln als du es bisher tust. Bei den ersten Anzeichen einer Rötung solltest du dein Kind spätestens alle 2 Stunden frisch wickeln. Befindet sich Stuhlgang in der Windel am besten sofort. In Wegwerfwindeln staut sich Hitze, Urin und Schweiß und reagiert dort mit der Haut deines Kindes. Durch diesen Prozess kommt es zu Hautreizungen und Rötung und es entsteht ein optimales Milieu für das Wachstum von Pilzen und Bakterien. Je länger diese Bestandteile in der Wärme miteinander reagieren können, desto stärker wird die Belastung für die Haut deines Babys.

    Auf Stoffwindeln oder Windelfrei wechseln

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    Stoffwindeln lassen eine Windeldermatitis schneller abheilen.

    Helfen oben genannte Maßnahmen nicht aus, empfiehlt sich der Wechsel für dich und dein Baby von Wegwerfwindeln auf Stoffwindeln. Diese sind sehr variabel und heutzutage so einfach zu handhaben wie Wegwerfwindeln. Im Gegensatz zu Wegwerfwindeln besteht der Vorteil darin, dass die Haut nicht abgeschlossen und die Luftzirkulation verbessert ist.

    Darüber hinaus kann sich die Wärme durch die Stoffwindel ableiten, es entsteht kein feucht-warmes Klima in der Windel. Über diese Möglichkeiten findest du mehr in deinem MamiWiki unter dem großen Thema Stoffwindeln. Man spricht bei Stoffwindeln auch vom so genannten kalten Wickeln. Die Haut bleibt bei Körpertemperatur und überhitzt nicht.

    Eine alternative Möglichkeit ist für euch, Windelfrei zu probieren. Bei dieser Methode hält man das Baby beispielsweise nach dem Aufwachen oder nach dem Stillen über einer Toilette, Waschbecken oder ähnlichem ab. Es kann sich erleichtern und gewöhnt sich mit der Zeit an dein Angebot, nicht in die Windel zu machen. Dadurch reduziert sich drastisch der Kontakt von Ausscheidungen mit der sensiblen Haut deines Kindes und Entzündungen werden deutliche reduziert. Über „Windelfrei“ findest du mehr in deinem MamiWiki unter dem großen Thema Windelfrei.

     


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    Heilwolle und Wundschutzcremes verwenden

    Einen guten, günstigen und einfach schützenden Effekt bietet Heilwolle. Dabei handelt es sich um Schafwolle, die noch einen sehr hohen Anteil an Lanolin beziehungsweise Wollwachs enthält. Das Lanolin ist essenzieller Bestandteil vieler Spezialsalben und -cremes, unter anderem bekannter Heilsalben wie Bepanthen. Eine kleine Menge der Heilwolle zwischen den Pobacken in der Windel sorgt für doppelten Schutz: Einerseits setzt es kontinuierlich Lanolin als heilende Substanz an der Haut frei. Andererseits kann die Wolle kleinere Mengen an Stuhl auffangen und binden, sodass diese nicht sofort mit der Haut in Berührung kommen und reagieren können. Die Heilwolle wird bei jedem Wickeln frisch eingelegt.

    Alternativ können Wundschutzcremes die Haut beruhigen. Dabei handelt es sich zumeist um zinkhaltige Verbindungen. Zu dick aufgetragen bewirken sie jedoch leider das Gegenteil: Die Haut wird durch den dicken Ölfilm am Atmen gehindert und regeneriert sich langsamer.

    Mit Wasser waschen

    Statt mit Feuchttüchern solltest du den Genitalbereich deines Babys wenn möglich mit klarem Wasser reinigen. Am schonendsten ist es, diesen einfach unter dem Wasserhahn mit handwarmem Wasser und der hohlen Hand und klarem Wasser abzuspülen. Du musst dadurch nicht einmal mit einem Waschlappen an der Haut reiben und sie wird vollständig gereinigt.


    Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.