Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE)

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    Eine Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie wird auf der Intensivstation behandelt.

    Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE)

    Die so genannte hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE) beschreibt eine Schädigung des Gehirns durch einen Sauerstoff– und einen Durchblutungsmangel. Die Erkrankung tritt als Folge eines Sauerstoffmangels unter der Geburt auf, fachsprachlich einer Asphyxie. Sie entsteht durch folgende Tatsachen: Nicht nur der Sauerstoffmangel setzt dem Gehirn zu, sondern auch die daraus resultierende, stark verminderte Durchblutung des Nervengewebes.

    Was erhöht das Risiko für eine hypoxisch-ischämische Enzephalopathie?

    Die nachfolgend genannten Tatsachen, sind hinweisend, aber nicht beweisend. Jedes einzelne erhöht das Risiko für eine durch Sauerstoffmangel bedingte Hirnschädigung im Rahmen der Geburt:

    • Komplikationen vor der Geburt:
      • Zerreißen der Gebärmutter
      • Plazentalösung
      • Zerreißen der Nabelschnur
    • Verlangsamter Herzschlag des ungeborenen Babys. Vermindert sich der Herzschlag des Babys deutlich und länger als zwei Minuten, droht ein Sauerstoffmangel.
    • Deutlicher Anstieg von Laktat, einem Stoffwechselprodukt im Blut des Babys. Dies spricht für einen deutlichen Sauerstoffmangel der Körperzellen.
    • Wiederbelebung (Reanimation) während der ersten 10 Lebensminuten.
    • Ein APGAR Wert nach zehn Minuten von nur 3-5 Punkten.

     

    Wie zeigt sich eine hypoxisch-ischämische Enzephalopathie?

    Für eine hypoxisch-ischämische Enzephalopathie müssen alle vier der folgende Kriterien erfüllt sein:

    • Nachweis eines schweren Sauerstoffmangels unter der Geburt (Asphyxie) durch einen pH Wert < 7,0 im Nabelschnurblut.
    • Früh nach der Geburt auftretende Zeichen einer Hirnschädigung wie Antriebslosigkeit, Koma, Krämpfe oder Fehlen der Reflexe.
    • Zeichen einer Lähmung beim heranwachsenden Kind.
    • Ausschluss andere Ursachen einer lokalen oder generellen Hirnschädigung.

     

    Gibt es eine Behandlung gegen hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE)?

    Um die gravierenden Auswirkungen einer HIE zu mildern oder gar abzuwenden, wird eine Kühlung des Neugeborenen nach der Geburt empfohlen. Durch die Kälte verbrauchen die Zellen des Körpers weniger Energie und können den Sauerstoffmangel und die verringerte Durchblutung besser aushalten.


    Weiterführende Fachliteratur: AWMF Leitlinie Asphyxie

    Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.