Epiglottitis

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    Epiglottitis (Kehldeckelentzündung)

     

    MamiWiki Kinderkrankheit Epiglottits
    Dein Kind ist krank? MamiWiki hilft!

    Die Epiglottitis beschreibt eine schwere, lebensbedrohliche Entzündung der Schleimhaut des Kehldeckels. Die Entzündung entsteht durch eine Infektion mit einem bestimmten Bakterium, in der Regel Haemophilus influenzae Typ B. Selten können auch andere Bakterien eine Epiglottitis hervorrufen. Durch die Entzündung schwillt die Schleimhaut des Kehldeckels an. Es entsteht ein so genanntes Ödem. Die Schwellung behindert die Atmung. Im schlimmsten Fall schwillt der Kehldeckel komplett zu, sodass akute Lebensgefahr durch Ersticken droht.

    Meist trifft es Kinder zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr, Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter. Da sich Kinder schnell gegenseitig anstecken, ist die Impfung umso wichtiger.

    Impfung gegen Epiglottitis

    Zum Glück gibt es mittlerweile eine Impfung gegen das gefährliche Bakterium Haemophilus influenzae Typ B. Seit Einführung der Impfung ist die Krankheit seltener geworden; doch sie besteht weiterhin und jeder Ungeimpfte, vor allem Kinder sind sehr empfänglich und gefährdet

    Kinderärzte empfehlen die Impfung für alle Säuglinge und Kinder bis vier Jahre. Es handelt sich um eine dreimalige Impfung im Alter von 2, 4 und 11-14 Monaten. Es handelt sich dabei um einen Totimpfstoff.

     

    Woran erkenne ich eine Epiglottitis?

    Die Zeichen einer Epiglottitis setzen absolut akut, plötzlich und schnell ein. Bis es zu deutlichen Symptomen kommt, vergehen meist nur wenige Stunden (6-12 Stunden).

    Solltest du derartige Anzeichen bei deinem Kind bemerken, bringe es SOFORT in eine Kinderklinik oder rufe einen Notarzt, denn es handelt sich um einen dringenden medizinischen Notfall!

    Es können sich dann folgende Anzeichen zeigen:

    • plötzliches, hohes Fieber
    • starke Halsschmerzen
    • Schmerzen beim Schlucken
    • vermehrter Speichelfluss
    • kloßige, schmerzende Sprache
    • Atemnot
    • pfeifendes Geräusch beim Einatmen

    Eventuell setzt sich dein Kind auf, beugt sich nach vorne und hält den Kopf zurück, damit es besser atmen kann. Diese Körperhaltung öffnet den schwellenden Kehldeckel. Versuche nicht dein Kind gegen seinen Willen hinzulegen, da es ihm die Atmung erschwert.

    Wie wird eine Epiglottitis behandelt?

    Eine Epiglottitis ist ein absoluter kinderärztlicher Notfall. Rufe einen Krankenwagen und einen Notarzt. Je schneller Ärzte deinem Kind helfen können, desto besser ist die Prognose. Dennoch hat die Epiglottitis trotz modernster Medizin heute noch eine hohe Sterblichkeit in Höhe von 10 bis 20 Prozent.

    Beim Atmen helfen

    Da es sich um eine Schwellung der Atemwege handelt, gilt die erste Sorge der Sicherstellung der Atemwege. Bestätigt sich der Verdacht einer akuten Epiglottits, wird dein Kind intubiert, das heißt mithilfe eines Schlauchs in der Luftröhre beatmet. Der Schlauch stellt sicher, dass trotz der starken Schwellung weiterhin Luft in die Lungen gelangt. Manchmal ist die Schwellung bereits so weit fortgeschritten, dass dafür die Schläuche von Neugeborenen, also ganz kleine Schläuche, verwendet werden. Selbstverständlich spürt dein Kind davon nichts. Muss es intubiert und beatmet werden, betäuben es die Ärzte zuvor und es schläft künstlich bis zum Ende der Beatmung. Die Beatmung bleibt so lange bestehen, bis die Schwellung zurück geht und dein Kind wieder sicher alleine atmen kann.

    Medikamente gegen die Entzündung

    Um eine weitere Schwellung des Kehldeckels zu verhindern, erhält dein Kind hochdosiertes Kortison in die Vene. Dieses unterbindet das Fortschreiten der Schwellung. Da es sich um eine schwere, bakterielle Infektion handelt, braucht es zudem ein wirkungsstarkes Antibiotikum. Das Antibiotikum wird mindestens 10 Tage verordnet. Bitte teile den behandelnden Ärzten mit, sollte dein Kind ein bestimmtes Antibiotikum in der Vergangenheit nicht vertragen haben, beispielsweise Penicillin.


     

    ch hatte Kontakt zu einem erkrankten Kind. Was jetzt?

    Begib dich in diesem Fall unmittelbar zu einem Arzt. Dieser empfiehlt dir bei gesichertem Verdacht, zum Beispiel der Erkrankung deines Kindes einen schützende Antibiotikabehandlung mit Rifampicin. Diese so genannte Prophylaxe sollte jedes Haushaltsmitglied mit Ausnahme von Schwangeren erhalten. Ebenfalls sollten Kinder aus Kitas, Kindergärten und Gemeinschaftseinrichtungen eine prophylaktische Antibiotikagabe erhalten, wenn dort ein Kind erkrankt ist und sie nicht geimpft sind.

    Kann ich mich nachträglich impfen lassen?

    Sich nach dem Kontakt zu einem Erkrankten zu impfen, reicht im Fall einer Epiglottits leider nicht aus. Denn die Immunität, sprich die Abwehr der Epiglottits setzt nicht sofort nach der Impfung ein. In diesem Fall ist deine Impfung und ein Antibiotikum angeraten.


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    Weiterführende Fachliteratur: Degam Leitlinie Halsschmerzen, RKI Impfung Hib

    Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.