Diabetische Fethopathie

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    MamiWiki Diabetes Diabetische Fetopathie
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    Diabetische Fethopathie

    Die diabetische Fetopathie bezeichnet eine Reihe an Erkrankungen, die durch einen erhöhten mütterlichen Blutzuckerspiegel verursacht werden. Eine Fethopathie ist eine Erkrankung des Fetus, also deines Babys nach der 8. Schwangerschaftswoche. Bis zur 8. Schwangerschaftswoche führen erhöhte Blutzuckerwerte zu einer diabetischen Embryopathie.

    Eine diabetische Fethopathie entsteht vor allem bei erhöhten mütterlichen Blutzuckerwerten in der zweiten Schwangerschaftshälte. Aus diesem Grund wird bei den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen der Blutzuckerspiegel bestimmt. Seit wenigen Jahren übernehmen nun auch die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für einen oralen Blutzuckerbelastungstest. Wie ein Schwangerschaftsdiabetes erkannt und behandelt wird, liest du im MamiWiki Beitrag Schwangerschaftsdiabetes.

    Durch einen erhöhten Blutzuckerwert im mütterlichen Blut steigt leider auch das Risiko für eine Frühgeburt oder den Tod deines Kindes im Mutterleib. Jedoch sind unten aufgeführte Komplikationen wesentlich häufiger.

    Wichtig ist zu wissen, dass je besser dein Diabetes während deiner Schwangerschaft behandelt und eingestellt ist, desto geringer ist das Risiko, dass der erhöhte Zuckergehalt deinem Baby schadet. Du kannst also aktiv in Zusammenarbeit mit deinem Frauenarzt daran arbeiten, dass du und dein Kind gesund bleibt.

    Wie schadet ein Diabetes in der Schwangerschaft meinem Baby?

    Eine diabetische Fethopathie führt zu sehr klassischen Symptomen. MamiWiki erklärt dir hier, wie der Zucker deinem Baby schadet und was Ärzte dagegen tun können.

    Dein Baby leidet nach der Geburt an Unterzucker

    Während es in deinem Bauch war, hat sich dein Baby an erhöhte Blutzuckerwerte gewöhnt. Es hat entsprechend viel Insulin, den Gegenspieler des Zuckers gebildet, um die erhöhten Werte auszugleichen. Direkt nach der Geburt fehlt aber genau dieser Zucker, um das Gleichgewicht zu halten. Die Insulinwirkung überwiegt und dein Baby fällt in den Unterzucker (Hypoglykämie). Dabei ist für die Schwere der Unterzuckerung und ihrer Folgen weniger entscheidend, wie tief der Zuckerwert ist, sondern eher, wie lange er tief ist. Der willkürlich gesetzte Grenzwert liegt bei 27 mg/dl.  Darunter handelt es sich um eine Unterzuckerung. Jedoch gilt dieser Wert nur für die erste Lebensstunde. Ab der 3. Lebensstunde stabilisiert sich der Blutzuckerspiegel und der Wert sollte nun nicht mehr unter 40 mg/dl fallen.

    Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) des Neugeborenen kann sich wie folgt bemerkbar machen:

    • Zittern (Tremor)
    • Antriebslosigkeit (Lethargie)
    • Atemaussetzer (Apnoen)
    • Trinkschwäche
    • Muskelschwäche (muskuläre Hypotonie)
    • verringerte Körpertemperatur (Hypothermie)
    • schrilles Schreien
    • Krampfanfälle

    Die Symptome verschwinden in der Regel sehr schnell wieder, wenn dein Kind Glucose, also schnell löslichen Zucker, erhält. Die meisten Kinder tragen keinen langfristigen Schaden davon.

    Um einer Unterzuckerung in der ersten Lebensstunde zuvor zu kommen, sollten Babys von diabetischen Müttern nach ungefähr 30 Minuten eine erste Still- oder Flaschenmahlzeit erhalten. Das Anlegen und Stillen im Kreissaal schützt dein Kind deutlich vor dem Risiko weiterer Episoden von Unterzuckerung.

    Der Blutzucker deines Kindes wird vor dem Füttern oder Stillen gemessen. Liegen die Werte drei Mal über 45 mg/dl, so muss keine weitere Messung erfolgen.

    Dein Baby bekommt schlecht Luft

    Anfängliche Störungen der Atmung sind nach der Geburt bei Babys häufig, deren Mütter einen erhöhten Blutzuckerspiegel in der Schwangerschaft aufwiesen. Das liegt daran, dass der hohe Blutzuckerwert die Bildung des so genannten Surfactant hemmt. Surfactant setzt wie eine Art Spüli die Oberflächenspannung in der Lunge herab. Dadurch vergrößert sich die Atemfläche. Fehlt Surfactant ist somit die Fläche kleiner, mit der dein Baby atmen kann. Es bekommt schlechter Luft und braucht nach der Geburt Hilfe beim Atmen. Beispielsweise durch eine Maskenbeatmung, die gleichzeitig mit Druck die Lungen mit Luft füllt.

    Ein solcher Surfactant Mangel zeigt sich im Vollbild als Atemnotsyndrom des Neugeborenen. Regelhaft tritt dieses bei einer Frühgeburt vor der 28. Schwangerschaftswoche auf. Bei Kinderen mit diabetischen Müttern jedoch noch bis zur 34. Woche. Folgende Anzeichen sprechen für ein Atemnotsyndrom: Dein Baby atmet beschleunigt, seine Nasenflügel beben, der Brustkorb zieht sich sichtbar bei jeder Atmung ein. Manchmal macht es knorksende Geräusche bei der Atmung. Die Hautfarbe kann aufgrund des Sauerstoffmangels blass und gräulich wirken. Handelt es sich um einen schwerwiegenden Surfactant-Magel kann auch künstliches Surfactant in die Luftröhre gegeben werden.

    Dein Baby ist ungewöhnlich groß

    Makrosomie nennt man die Tatsache, wenn dein Baby deutlich größer und schwerer ist, als andere Babys in der entsprechenden Schwangerschaftswoche. Häufig ist dies ein Anzeichen und eine Folge eines Schwangerschaftsdiabetes. Die Makrosomie ist mit einer erhöhten Rate an Atemschwierigkeiten nach der Geburt verbunden. Des Weiteren kann sie zu geburtsunmöglichen Größen führen.

    Weitere Zeichen einer diabetischen Fetopathie sind:

    • Vermehrte Bildung von Blutbestandteilen (Polyglobulie)
    • Verringerter Blutspiegel an Mineralstoffen wie Kalium (Hypokaliämie) und Magnesium (Hypomagnesiämie)

    Wie kann ich einen Diabetes in der Schwangerschaft behandeln?

    Über den genauen Hintergrund und die Behandlungsmöglichkeiten erfährst du mehr im MamiWiki Schwangerschaftsdiabetes.


    Weitere Fachliteratur: AWMF Leitlinie „Betreuung von Neugeborenen diabetischer Mütter“

    Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.  


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