Mein weiblicher Zyklus

Ein Zykluskalender dient dir in vielerlei, wertvoller Hinsicht: Zur Verhütung, beim Kinderwunsch oder um deinen Körper besser kennen zu lernen. All das kann ein Zykluskalender dir bieten und noch viel mehr: Mithilfe deines Zykluskalenders kannst du erfahren, ob du schwanger bist oder eventuell gesundheitliche Störungen vorliegen. Dabei ist die Anwendung zudem ziemlich einfach. Weder brauchst du viele Hilfsmittel, noch kostet es dich viel Geld oder Zeit. Du benötigst lediglich dich und ein Thermometer. Und das Wissen von MamiWiki!


Die Temperaturmethode:

Was ich brauche:

  • ein funktionsfähiges Thermometer, am besten mit zwei Nachkommastellen (handelsübliche haben nur eine)
  • Kosten: 3-20 Euro

Wie funktioniert`s?

  • du misst jeden Morgen zur möglichst selben Uhrzeit deine Körpertemperatur
  • du misst während eines Zyklus immer an derselben Stelle, vorzugsweise im Mund unter der Zunge, rektal oder vaginal
  • du trägst jeden Tag die gemessene Temperatur in eine Temperaturkurve ein und beobachtest den Verlauf

Wie lange muss ich mit meinem Thermometer messen?

Wie lange du die Temperatur messen musst, hängt von deinem Thermometer ab. In der Regel haben Thermometer einen Anschlag, das bedeutet, wenn das Gerät piept, endet die Messung. Dann bringt es nichts, das Thermometer weiter an Ort und Stelle zu halten, denn es misst nicht mehr weiter.

Falls du unsicher bist, wie dein Thermometer misst und wie lange, dann halte es doch zu Testzwecken einfach mit der Spitze in ein Glas lauwarmes Wasser. Aber bitte nur die Messspitze und nicht das gesamte Thermometer! Dann kannst du beobachten wie und wie lange es misst und wann es piept oder ein Signal ertönt.

Was kann die Temperatur beeinflussen?

  • veränderte Messzeit bzw. zu früh oder spät aufgewacht:
    • eine Temperaturkorrektur ist in Ausnahmefällen möglich
      • pro Stunde später kann man + 0,05 bis 0,1 Grad Celsius rechnen
      • pro Stunde früher kann man – 0,05 bis 0,1 Grad Celsius rechnen
  • veränderter Messort
  • Krankheiten, gerade Fieber können die Temperatur selbstverständlich verändern
  • Schlafmangel unter 5 Stunden Schlaf am Stück
  • Schichtarbeit
  • Alkoholkonsum
  • Stress
  • Medikamente
  • Drogenkonsum

Auswertung:

Dein Zyklus lässt sich in zwei Hälften teilen.

  • Erste Zyklushälfte: 
    • Unter dem Einfluss des Hormons Östrogen herrscht die so genannte Tieflage. Das bedeutet, dass solange kein Eisprung stattgefunden hat, schwankt deine Temperatur mehr oder weniger stabil um einen tiefen Durchschnittswert.
  • Eisprung:
    • Kommt es zum Eisprung, steigt durch die Ausschüttung des Hormons Progesteron die Temperatur deutlich an. Der Temperaturanstieg beträgt in der Regel zwischen 0,2 – 0,6 Grad Celsius gegenüber dem Durchschnitt der vorherigen Temperaturwerte.
    • Der Temperaturanstieg kann dabei am Tag des Eisprungs oder bis zu zwei Tage nach dem Eisprung stattfinden.
  • Zweite Zyklushälfte:
    • Ab der Temperaturerhöhung befindest du dich in der so genannten Hochlage. Diese schwankt wiederum mehr oder weniger stabil um einen hohen Durchschnittswert.
  • Menstruation:
    • Durch den Entzug des Hormons Progesteron kurz vor Einsetzen der nächsten Menstruation fällt deine Temperatur wieder stark ab.
    • Der Abfall kann zwei Tage vor der Menstruation, aber auch erst während der Menstruation einsetzen.
  • Schwangerschaft:
    • Bist du schwanger, produzierst du weiter das Hormon Progesteron.
    • Deine Temperatur bleibt also in Hochlage und sinkt nicht ab.
    • Dauert deine Hochlage über 15 Tage, ist es gut möglich, dass du schwanger bist.
    • Dauert deine Hochlage über 18 Tage bist du mit ziemlicher Sicherheit schwanger.
Ein Zykluscomputer erleichtert dir das Führen deiner Zykluskurve.
Ein Zykluscomputer erleichtert dir das Führen deiner Zykluskurve (im Bild Cyclotest).

Was kann ein Zykluscomputer?

Ein Zykluscomputer hat ein eingebautes Thermometer. Genau wie bei der einfach Messung mit einem Thermometer misst du jeden Tag deine Temperatur. Der Computer speichert anschließend die Werte und zeigt dir dann mithilfe von Symbolen oder auf dem Display an, ob du deine fruchtbaren Tage hast oder nicht. Diese Methode ist allerdings deutlich teurer, da die Anschaffung eines Zykluscomputers nicht gerade günstig ist. Der Durchschnittspreis liegt bei ungefähr 150 Euro. Jedoch entfällt dadurch das Aufschreiben der Werte. Neuere Computer können auch bei Anschluss an PC oder Mac die Zykluskurven exportieren.

Gibt es auch eine Empfehlung für eine App?

Ja. Der Periode Tracker arbeitet zuverlässig und einfach. Er hält zudem viele Extras bereit wie beispielsweise ein automatische monatliches Backup. Kosten: LiteVersion kostenlos, ansonsten einmalig 1,99 Euro.


Der Ovulationstest

Mithilfe eines Ovulationstests lässt sich der Eisprung im weiblichen Zyklus bestimmen. Der Test funktioniert im Prinzip ähnlich wie ein Schwangerschaftstest und misst den starken Anstieg des Hormons LH (luteinisierendes Hormon). LH steigt kurz vor dem Eisprung stark im Körper einer Frau an und löst diesen aus. Ein positiver Ovulationstest bedeutet, dass in den nächsten 12 bis 36 Stunden der Eisprung bevor steht. In dieser Zeit ist die weibliche Fruchtbarkeit und damit die Chance auf eine Befruchtung am höchsten.

Den Eisprung mithilfe von Ovulationstests einzugrenzen, kann eine hilfreiche Ergänzung zu deinem Zykluskalender darstellen.

Wie er funktioniert und worauf du achten solltest, erfährst du im MamiWiki Ovulationstest.


 Zervixschleimbeobachtung:

Im Laufe deines Zyklus verändern sich die Menge, das Aussehen und die Eigenschaften des vaginalen Schleims, des so genannten Zervixschleims. Je nach Zyklushäfte und Hormonlage verändert sich die Zusammensetzung. Die kannst du als weiteren Hinweis verwenden, wann dein Eisprung naht. Es ergänzt die Temperaturkurve. Sobald deine Menstruation vorüber ist, kannst du mit der Schleimbeobachtung beginnen. Naht dein Eisprung produzierst du besonders viel, sehr wässrigen, klaren Schleim. Dieser hat die Aufgabe den männlichen Samen den Weg zur Eizelle zu erleichtern. Sie rutschen quasi zum Ei.

Wie beobachte ich den Schleim?

  • Du kannst jeden Tag einen Blick in deinen Slip werfen oder vorsichtig einen oder zwei Finger leicht in die Vagina einführen und den Schleim an deinen Fingern beobachten. Meist gibt auch die Feuchtigkeit während des Geschlechtsverrkehrs einen guten Hinweis.
  • Mit der Fingermethode erhältst du die unverfälschtesten Ergebnisse, da weder sexuelle Erregung die Produktion steigert, noch dein Slip Feuchtigkeit aufsaugt.

Auswertung:

  • 1. Zyklushälfte:
    • Während der Menstruation kannst du den Schleim kaum beurteilen. Sobald die Menstruation vorüber ist, folgt erst eine eher trockene Phase. Du produzierst nur sehr wenig oder gar keinen Schleim.
    • Tag für Tag nimmt jetzt die Schleimproduktion langsam zu. Der Zervixschleim ist zu Anfangs oft weißlich und ähnelt Creme oder gekochtem Eiweiß.
  • Der Eisprung naht:
    • Du merkst, dass die Schleimmenge deutlich zunimmt. Es kann sein, dass du regelrecht nasse Slips hast. Der Schleim wird klarer und ähnelt rohem Eiweiß.
    • Jetzt kannst du mithilfe der Fingermethode die so genannte Spinnbarkeit prüfen:
      • Haftet ausreichend Schleim an Daumen- und Zeigefingerspitze, dann spreize beide Finger langsam auseinander.
      • Entsteht eine Art Spinnwebe oder Spuckefaden ähnlicher Effekt bedeutet dies, dass der Schleim Spinnbarkeot ist. Er hat nun die optimalen Eigenschaften für Eizelle und Spermien.
      • Jetzt steht dein Eisprung vor der Tür.
      • Die Spinnbarkeit kann einige Tage vor und bis eine Tage nach dem Eisprung auftreten und markiert deine fruchtbarsten Tage.
  • 2. Zyklushälfte:
    • Nach dem Eisprung nimmt die Schleimmenge langsam wieder ab.
    • Der Schleim ist einige Tage nach dem Eisprung nicht mehr spinnbar und wird wieder cremiger und undurchsichtig.
    • Rund um den sechsten Tag nach dem Eisprung kann sich der Schleim kurzfristig rosa oder hellblutig verfärben. Dies stellt die Einnistungsblutung in der frühen Schwangerschaft da.

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