Alkohol in der Schwangerschaft? Für die meisten Frauen in anderen Umständen heutzutage unvorstellbar. Doch umfassende, aktuelle Studien mit 18.000 Schwangeren in England, Australien, Neuseeland und Irland veröffentlicht im British Medical Journal, sprechen etwas bestürzend anderes:

„Fast Jede 5. Frau trinkt
in der Schwangerschaft Alkohol.“

Mehr noch: Bis zu 80 Prozent aller Schwangeren geben an, zumindest ab und an Alkohol zu konsumieren. Dabei handelt es sich nicht nur um Frauen unterer Schichten. Alkohol in der Schwangerschaft ist in jeder sozialen Schicht beliebter als gedacht: von der Putzfrau bis zur Managerin. Die Studie legt sogar nahe, dass je höher der Status der Frau im Berufsleben, desto größer ist das Risiko.

In deutschen Umfragen gaben fast die Hälfte aller schwangeren Frauen an, dass sie nicht wüssten, dass Alkohol in der Schwangerschaft schädlich sei. Erst recht nicht, dass Alkoholkonsum zu lebenslangen und teils lebensbedrohlichen Behinderungen ihrer Kinder führen kann.

IN Deutschland GIBT es jährlich
10.000 Kinder mit Alkoholschaden

Auch in Deutschland ist Alkohol in der Schwangerschaft weit verbreitet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schätzt: Jedes Jahr werden mindestens 10.000 Babys mit angeborenen Schäden geboren. Die Ursache: Ihre Mütter haben in der Schwangerschaft Alkohol getrunken.

In den meisten Fällen verschweigen werdende Mütter bei der Frage nach ihren Trinkgewohnheiten die Wahrheit aus Angst vor Stigmatisierung und Ablehnung. Doch die Frage, ob du in deiner Schwangerschaft Alkohol getrunken hast oder trinkst, dient nicht dazu, dich zu verurteilen, sondern dir und deinem Kind zu helfen.


MamiWiki Test / T-ACE Test

Schwanger & Alkohol – bist du gefährdet?

MamiWiki möchte dir helfen, zu erkennen, ob du und dein ungeborenes Baby akut durch Alkohol gefährdet seid. Mache jetzt den offiziellen T-ACE Test für schwangere Frauen und erfahre dein persönliches Risiko:

  • Nach wie vielen Gläsern Alkohol fühlst du dich angetrunken?

Sind es mehr als 2 Drinks (Gläser Wein/Cocktails/Bier), vermerke 2 Punkte

  • Hast du dich je geärgert, weil jemand dich aufgrund von Alkohol kritisiert hat?

Lautet die Antwort Ja? Dann vermerke 1 Punkt.

  • Hast du mal gedacht, du solltest weniger Alkohol trinken?

Lautet die Antwort Ja? Dann vermerke 1 Punkt.

  • Hast du einmal morgens Alkohol getrunken, um fit zu werden?

Lautet die Antwort Ja? Dann vermerke 1 Punkt.

Ergebnis deines Tests:

2 oder mehr Punkte weisen auf ein Alkoholproblem hin. Bitte lasse dich deiner Gesundheit und der deines ungeborenen Babys wegen beraten!

Alkoholprobleme sind keine Schwäche oder Verwerflichkeit, sondern eine Krankheit. Lass dir helfen, deinen Alkoholkonsum zumindest zu reduzieren. Sprich offen mit deinem Arzt darüber, er unterliegt auch in dieser Hinsicht der Schweigepflicht!


Es gibt keine unbedenkliche Menge

MamiWiki Schwanger Alkohol Baby Alkoholembryopathie
Alkohol ist in der Schwangerschaft immer bedenklich und gefährdet dein Baby.

In der Schwangerschaft gibt es keine unbedenkliche Menge an AlkoholZu keinem Zeitpunkt, weder in der frühen, noch in der späten Schwangerschaft. Alkohol kann zu jedem Zeitpunkt schwere Schäden an deinem ungeborenen Baby hervorrufen. 

Dabei ist es egal, ob du ab und an ein Glas Rotwein zum Essen trinkst, ein oder zwei Bier bei einer Party oder dir die Kante gibst. Bereits für nicht schwangere Frauen ist ein kleines Glas Rotwein am Tag zu viel.

Riskanter Alkoholkonsum beginnt für Frauen bereits ab 12 Gramm reinen Alkohols pro Tag. Dies entspricht nur einem kleinen Glas Rotwein!

Ein kleines Glas Rotwein pro Tag
ist schon zu viel

Wer in der Schwangerschaft raucht, trinkt häufiger Alkohol

MamiWiki Schwanger Alkohol Baby Alkoholembryopathie
Wer in der Schwangerschaft raucht, greift öfter zum Alkohol.

Raucht eine Frau in ihrer Schwangerschaft, fallen noch häufiger die Hemmungen gegenüber einem Glas Wein oder, so die Englische Studie. Auch deutsche Fachgremien kommen zu dieser Auffassung. Dabei schaden Alkohol und Rauchen deinem Baby in doppelter Hinsicht. Nach dem Motto „Dann ist es eh schon egal“ riskierst du, dass deinem Kind lebenslange Krankheit oder Einschränkungen drohen.

Kein Alkohol, wenn du schwanger werden könntest/möchtest

Immer mehr Frauen trinken in jungen Jahren regelmäßig Alkohol. 8 Prozent aller jungen Frauen trinken heutzutage derart viel Alkohol, dass es auch für ihren eigenen Körper zur gesundheitlichen Gefahr wird. Solange du sicher verhütest und keinen Kinderwunsch hast, schädigst du damit „nur“ dich. Jedoch bemerken viele Frauen häufig zu spät, dass sie schwanger sind und haben zu diesem Zeitpunkt bereits wochen- oder monatelang arglos Alkohol getrunken.

Alkohol in und bereits auch vor der Schwangerschaft reduziert drastisch die Chance auf eine erfolgreiche Schwangerschaft und ein gesundes Baby.


Ich habe Alkohol getrunken. Jetzt bin ich schwanger.
Habe ich meinem Kind geschadet?

Gerade zu Beginn deiner Schwangerschaft weist du vielleicht gar nicht, dass du schwanger bist. Hast du in dieser Zeit Alkohol getrunken und machst dir jetzt große Sorgen?

Zumindest in den Tagen deiner Schwangerschaft hat das befruchtete Ei noch keinen Kontakt zu deinem Körper. In diesem Zeitraum sind Auswirkungen noch nicht zu erwarten. Erst nach der Einnistung, rund 6 Tage nach dem Eisprung, drohen Schäden.

Was passiert, wenn ich nach der Einnistung Alkohol getrunken habe?

Nach der Einnistung kann dein ungeborenes Baby Schaden nehmen. In welchem Umfang ist nach wie vor nicht klar. Wichtig ist, dass du jetzt, da du weißt, dass du schwanger bist, keinen weiteren Alkohol zu dir nimmst. 


Wie schadet Alkohol meinem Baby?

Geistige Behinderung droht bei Alkohol in der Frühschwangerschaft

Trinkst du während der Frühschwangerschaft Alkohol, droht deinem Baby geistige Behinderung. Die fachsprachliche Alkoholembryopathie ist der häufigste Grund für angeborene geistige Behinderung in Deutschland. Noch weit vor dem Down Syndrom (Trisomie 21) oder Spina bifida (offener Rücken).

Unerklärliche Entwicklungsstörungen

Alkohol führt zu einer deutlichen Entwicklungsverzögerung – sowohl körperlich, als auch geistig. Gerade bei unerklärlichen Ursachen handelt es sich häufig um die Folgen von Alkoholkonsum. Bis zu 4.000 Kinder sind pro Jahr in Deutschland betroffen.

Alkoholbedingte Schäden in der Schwangerschaft bleiben für immer

Trinkst du in der Schwangerschaft führt dies zu so genannten irreversiblen, mentalen Schäden. Sprich, das Gehirn deines ungeborenen Babys nimmt Schaden. Dieser ist nach der Geburt nicht mehr wett zu machen.

Wenig Aussicht auf ein selbstständiges Leben

Handelt es sich um einen besonders schweren Fall von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft, bildet sich das so genannte fetale Alkoholsyndrom. Kinder, die derart stark geschädigt geboren werden, erreichen in der Regel nie ein selbstständiges Leben. Nur weniger als 10 Prozent schaffen den Sprung in eine selbstständige Versorgung.


Weiterführende Fachinformation: British Medical Journal „Alcohol Use During Pregnancy“, Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

Dieser Beitrag ersetzt weder einen Arztbesuch, noch stellt er eine Behandlungsempfehlung dar. Er dient lediglich der Information.

2 KOMMENTARE

  1. Es ist einfach nicht richtig, dass es keine unbedenkliche Menge Alkohol gibt. Es gibt sehr wohl Studien, die davon ausgehen, dass 1/8 l Wein pro Woche unbedenklich sind. Selbst der deutsche Ärzteverband rechtfertigt die Verbreitung der 0 Alkohol in der Schwangerschaft These damit, dass wenn man Frauen ein Gläschen in der Woche „erlaubt“, dies als Ausrede dafür benutzt werden könnte mehr zu trinken.
    Allerdings finde ich sollte man sich selber informieren und den Frauen ruhig zutrauen zwischen einem kleinen Glas zu besonderen Anlässen und regelmäßigen Trinken zu unterscheiden. Kein Kind kommt mit einer Alkoholschädigung zur Welt weil in einer Sauce Wein oder in einem Kuchen ein Schuss Rum war.

  2. Danke für deinen Kommentar. Gerne nehme ich diesen auf, wenn du mir die Wissenschaftllich fundierte Quelle und Studie, die du heran ziehst, nennen könntest. Ansonsten ist es schwer nachvollziehbar, welche Studien deine Aussage rechtfertigen. Wichtig ist, dass bisher keine Studie klären konnte, wie viel Alkohol individuell notwendig ist, um dein Kind zu schädigen. Bei manchen ist die Schwelle sehr niedrig, bei manchen höher. Aus Sicherheitsgründen hat man sich deswegen deutschlandweit auf die so genannte Punktnüchternheit geeinigt. Denn darin gibt es medizinisch keinen Zweifel – einmal eingetretene Schäden sind kaum auszubügeln.

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